Die eigene Erwartungshaltung



Model: SANDRA S.


Die Menschen die mich kennen, die wissen das ich hohe Erwartungen an mich selbst stelle. Das kann zwar sehr fördernd sein, aber auch fordernd. Als ich das Jahr 2019 abgeschlossen habe, waren meine Erwartungshaltungen so hoch, das ich mir selbst damit einen enorm hohen Druck aufgebaut habe. Und wir haben alle gelernt, Druck erzeugt immer Gegendruck, und so habe ich mich in eine Blockade manövriert.

Sind wir doch mal Ehrlich zu uns selbst, jeder Mensch der etwas erschafft möchte auch eine gewisse Bestätigung bekommen. Ich bezeichne dies auch als Applaus für die Seele. Und je besser wir werden, desto schwieriger wird es noch eins drauf zu setzten. Die Erwartungshaltung wird einfach immer größer. Es ist egal ob man als Künstler, Sportler oder als Koch arbeitet, was man heute getan hat, will man Morgen noch besser machen. Das ist einfach die Natur des Menschen. Doch irgendwann kommt man einfach an einen Punkt wo man nicht mehr das nächste Ziel erkennen kann, weil die Erwartungshaltung viel zu hoch ist. Ich kenne genügend Menschen alleine in meinem Umfeld die einfach daran gescheitert sind.


Die Tage hatte ich ein wenig mehr Zeit weil ich mir eine ziemlich blöde Infektion in den Ohren eingefangen habe. Glaubt mir das ist richtig unschön, und da ich noch so ein 120 db Tinnitus Kandidat bin, ist das doppelt unangenehm. Jemand der so etwas nicht kennt, soll sich einfach mal vorstellen, er müsse neben einem laufenden Düsentriebwerk versuchen zu schlafen. Aber ich will diese Sache nicht so viel Raum hier geben. Worauf ich hinaus will, ich hatte etwas mehr Zeit als sonst, und so habe ich mir mal wieder einen meiner Video Workshops angeschaut die ich z.B. von Krolop und Gerst gekauft hatte.


Model: SANDRA S.


In Kurzform ist es ein Porträt Crashkurs wo in einer sehr komprimierten Zeit jemand an die Portraitfotografie geführt wird. Den ersten Part gab es vor 3 Jahren mal bei YouTube kostenlos, und nun gab es einen neuen Teil. Ich habe mir diesen nicht gekauft weil ich noch etwas lernen wollte. Sondern einfach um mal wieder eine andere Sichtweise zu bekommen. Einfach mal einen Schritt zurück machen, um den Druck raus zu nehmen und wieder einen Blick auf das ganze zu bekommen. Mir selbst bringt so etwas unglaublich viel, weil ich dann einfach viel besser sehen kann, wo ich jetzt stehe und was das nächste Ziel sein soll.

Da ich sehr selbstkritisch bin, stehe ich wohl auch öfters an solchen Punkten. Aber so eine Vorgehensweise hilft mir einfach mich wieder zu besinnen. Ich werde nicht behaupten das dieses bei jedem funktioniert. Aber es ist die Lösung die ich für mich geschaffen habe. Und da muss irgendwo jeder das beste für sich selbst machen. Ein Anfang der aber definitiv für jeden in so einer Situation zutrifft, ist erstmal einen Schritt zurück zu gehen.


Jemand meinte neulich zu mir, Du hast doch genug Termine und musst Dir keine Gedanken machen. Nun, ja ich glaube bis in den Juni laufen schon wieder die ersten Termine. Aber das ist alles auf meine verfügbare Zeit berechnet. Hätte ich nicht noch einen normalen Vollzeitjob der den Tisch deckt, dann könnte ich die Termine locker in 4 Wochen unterbekommen. Und dann müsste ich mir schon ernsthaft Gedanken machen, wie die nächste Miete bezahlt werden soll. Klar ich nehme derzeit auch nicht jeden Auftrag an, aber die Leute stehen auch nicht Schlange und bettelt um einen Termin. Nein so wie es im Moment läuft kann ich es gut mit meiner Familie und meinen Job unter einen Hut bekommen. Und auch wenn mein Tag oft weit in die Nacht rein geht, so möchte ich im Moment einfach nicht tauschen. Wenn meine Firma in der ich arbeite, noch weiter Personal abbaut, dann werde ich noch früh genug in die volle Selbstständigkeit rein gezwungen. Den mit fast 52 Jahren mache ich mir keine großen Hoffnungen mehr noch einmal so einen Stand in eine Firma zu bekommen wie ich es derzeit habe. Als letztes Jahr 2 mal eine Kündigungswelle bei uns durch ging, haben viele Kollegen zu mir gemeint, dass ich mir ja keine Gedanken machen müsste. Aber ist dieses wirklich so? Die kosten die auf einen Selbstständigen runter prasseln sind einfach heftig. Sachen wir Rentenversicherung, Krankenversicherung die einfach im normalen Berufsleben in den Abzügen drin sind, sind auf einmal nicht mehr drin und müssen zusätzlich mit dazu verdient werden. Ist man dann wirklich mal Krank, dann macht der Doc gleich auch noch einmal die Hand auf und freut sich seines Lebens. Würde ich das nur mal auf meine Derzeitige Situation projizieren, dann hätte mich die letzte Woche mal locker 800€ an Arztbesuchen und Medikamenten gekostet. Und wer hätte in der Zeit dann im Studio gestanden und das Geld wieder verdient? Richtig.. keiner. Solche Situationen machen mir einfach dann echt Angst. Deshalb möchte ich dann auch nichts an der Situation ändern und kann gut mit meinem Kleingewerbe neben dem normalen Job leben.


Model: SANDRA S.


So jetzt bin ich mal wieder viel zu weit vom Thema abgekommen, aber so ist das eben wenn man einfach mal so aus der Seele spricht.


22 Ansichten
  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube
  • Pinterest

© 2019 Thorsten Geisser 

Thorsten Geisser, Osterkamp 6, 49324 Melle
info@emotionalefotografie.com